
Talon Nummer 7
In den Hallen
von
Thomas Knip
Die Augen der Wächter blickten ohne jegliche Regung auf die Eindringlinge
herab. Noch immer hatten sie die schweren Lanzen zum Stoß erhoben. Gleißend
leuchteten die langen Metallspitzen in dem unerklärlichen Licht, das
die dunklen Steinhallen erfüllte.
Shion hält Rat, beendete einer der beiden Hünen die
Stille. Seine Mundwinkel verzogen sich angewidert, während die Hand mit
der Waffe erregt zuckte. und ihr Ungläubigen wagt es
Er machte einen drohenden Schritt auf die kleine Gruppe zu, die noch immer
am Rand des gewaltigen Forums kauerte und das unwirkliche Schauspiel verfolgte,
das sich ihr bot. Tausende von Löwen verharrten still auf den Rängen
und schienen zu warten. Darauf, dass sich der riesige nachtschwarze Schatten
im Zentrum der Arena regte.
Eugene Mauris hatte dafür jedoch keine Augen mehr. Er handelte reflexartig,
geschult durch jahrzehntelange Kämpfe als Söldner für die verschiedensten
afrikanischen Potentaten. Er schätzte die Situation ab und erkannte,
dass sich die Wächter auf Talon konzentrierten, der ihnen hoch erhoben
gegenüberstand, während er und die beiden Frauen am Boden kauerten
oder knieten.
Die Finger seiner rechten Hand tasteten langsam seinen Rücken entlang,
bis er am Gürtel die beruhigende Kälte eines Revolvers spürte.
Fest schlossen sie sich um den Griff der Waffe. Mauris' Blick wanderte zwischen
den beiden bronzenfarbenen Hünen hin und her. Ohne noch eine Sekunde
zu vergeuden, riss er den Revolver aus dem Holster und legte auf die Männer
an.
Verdammt, was glaubt ihr, wer ihr seid ?
Jeder der Anwesenden fuhr überrascht herum. Talon erkannte die Lage und
stürzte auf den Belgier zu.
Mauris, nein!, schrie er in die Leere des Ganges, der sein Echo
wieder und wieder brach. Er wollte sich schützend von den Teamgefährten
stellen, doch einer der beiden Wächter war schneller als er. Im Dämmerlicht
der Balustrade blitzte eine Speerspitze gleißend auf. Janet und Alice
erkannten nur zwei Schemen, die undeutlich durch die Luft zuckten. Die beiden
Frauen warfen sich in den Schutz einer Strebe.
Dann bellte ein Schuss auf.
Neiiin!, gellte Alices Schrei durch die Hallen.
Tausende von Körpern schienen für einen Augenblick wie erstarrt.
Inmitten all der Löwen ruckte der schwere Kopf Shions nach oben. Seine
schattenhafte Mähne wehte in einem imaginären Wind und tanzte wie
ein Schleier um den massiven Körper, in dem sich die Lichtreflexe verloren
wie in einem endlosen Schlund. Ein dunkles Knurren löste sich aus der
Schwärze. Langsam setzte sich die schwere Gestalt in Bewegung und näherte
sich dem Rand des Podests.
Shions Gebrüll klang wie die Antwort auf den längst verhallten Schuss.
Die glutrote Tiefe seines Mauls wurde von dunklen, mächtigen Zahnreihen
eingerahmt. Der Löwe senkte seinen Kopf und blickte über die Reihen
der Raubkatzen hinweg, deren Augen alle auf ihn gehaftet waren. Damit begann
das Ritual.
Ein Zögern, eine Unruhe machte sich unter den Tieren breit. Laute des
Unmuts und der Furcht waren zu hören. Tausend Stimmen erschallten in
einem wilden Durcheinander. Viele der Löwen tänzelten nervös
auf der Stelle. Kaum einer von ihnen war jemals zuvor an diesem Ort gewesen.
Nur die Ältesten von ihnen erinnerten sich noch an das letzte Mal, vor
einer ganzen Generation, als Shion sie gerufen hatte.
Kaum einer wusste wirklich, was ihn hier erwartete. Keiner von ihnen wagte
es, durch eine Bewegung oder einen Laut die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Die Furcht vor dem unwirklichen Wesen, das sie zu sich gerufen hatte, erfüllte
sie mit jedem verstreichenden Augenblick. Alle fühlten sie, dass es einer
von ihnen sein musste. Doch seine Existenz überschritt dessen, was sie
als Realität bereit waren zu begreifen, um ein Vielfaches.
Dann aber erhob sich einer aus den Reihen. Ch'tra, der sein Rudel in zahlreichen
Rivalitätskämpfen seit drei Jahren stolz verteidigte, setzte sich
in Bewegung. Sein Kopf ruckte herausfordernd nach vorne, während er die
ungewohnten breiten Steinstufen nach unten schritt.
Alleine das Podest, auf dem Shion lauerte, überragte den Löwen um
mehr als die doppelte Höhe. Er musste den Kopf weit nach oben recken,
um die dunklen, drohenden Augen des Schattens zu erkennen, der auf seinen
Gegner wartete.
Ch'tra ließ die bernsteinfarbenen Augen auf dem Weg nach oben nicht
von dem fremdartigen Wesen. Dann betrat er die Kampffläche.
Alice Struuten bebte am ganzen Körper. Nur mit Mühe konnte sie die
Tränen unterdrücken. Ihr Rachen brannte. Sie stolperte zu dem Belgier
herüber, der am Boden lag und sich keuchend wand. Er schrie unterdrückt
auf, als ihn die Fotografin stützte. Sie ging neben ihm in die Knie und
zog ihn nach oben, so dass er sich mit seinem Rücken gegen ihren Oberkörper
lehnen konnte.
Eugene, nein!, flüsterte sie betroffen. Scheiße
. Im Halbdunkel des schmalen Ganges zeichnete sich der Schatten
eines der beiden Wächter ab. Seine Lanze war nun auf den Boden gerichtet.
Von der breiten Klinge tropfte es rot auf den grauen, marmorartigen Stein.
Alice, lass'
brachte Mauris mit zusammengepressten Lippen
hervor. Schweiß perlte trotz der kühlen Luft auf seiner Stirn.
Er stöhnte unterdrückt auf und hielt sich mit der Hand die rechte
Seite. Die Fotografin legte beruhigend ihre Hand auf die seine. Dann jedoch
spürte sie die Nässe, die zwischen ihren Finger hindurch rann. Ohne
es wirklich zu wollen, zog sie die Hand zurück und betrachtete sie. Entsetzt
weiteten sich ihre Augen, als sie das dunkelrote Blut sah, das ihr in breiten
Bahnen den Unterarm herab lief.
Oh Gott, presste sie tonlos hervor. Hilfesuchend ging ihr Blick
zu den Personen, die um sie herum standen. Oh, mein Gott, konnte
sie nur wiederholen. Talon ging neben ihr in die Knie und legte ihr behutsam
eine Hand auf die Schulter. Der Körper der jungen Frau zitterte heftig.
Der Wächter, dessen Klinge den Belgier verwundet hatte, trat vor, während
sich sein Begleiter im Hintergrund hielt und jede Bewegung der Eindringlinge
beobachtete.
Seine Augen blickten ungerührt auf die kleine Gruppe vor sich. Mit einer
herrischen Handbewegung forderte er die Menschen auf, sich zu erheben.
Ihr da, kommt mit, folgte der kurze Befehl.
Alice sah ihn ungläubig an. Sie hatte den Oberkörper des Belgiers
fest an sich gepresst und streckte dem Hünen ihre blutverschmierte Hand
entgegen.
Aber
er braucht einen Arzt, entgegnete sie fassungslos.
Mauris zuckte kraftlos in ihren Armen und versuchte sich zu erheben. Talon
drückte ihn behutsam aber bestimmt zurück und sprach auf die Fotografin
ein.
Alice, ruhig!, beschwörte er sie leise. Er befürchtete,
sie könnte sich in Gefahr bringen, wenn sie den beiden Hünen nicht
bedingungslos folgte. Ihre Augen flackerten wild, als sie den Mann aus dem
Dschungel an ihrer Seite wahrnahm und hoffend in seinem Blick nach einer Lösung
suchte.
Talon senkte die Augen und stützte Mauris.
Ich werde ihn tragen, erklärte er Alice. Beunruhigt stellte
er fest, wie mühsam sich der Belgier zusammenriss, um sich keine Blöße
zu geben. Das schmutzige Hemd war inzwischen blutdurchtränkt. Er ächzte
unterdrückt auf, als Talon ihn anhob und ihn auf den Händen trug.
Müde ließ er seinen schweißnassen Kopf auf die Schulter des
Mannes sinken.
Geht's, Eugene?, fragte Talon nach, um ihn bei Bewusstsein zu
halten. Der Körper schien mit jedem Augenblick weiter in sich zusammen
zu fallen. Zitternd bewegte der Ex-Söldner die Lippen, doch es dauerte
viel zu lange, bis er die Worte hervorbrachte.
So kalt
krächzte er rau.
Talon nickte kurz und drückte den Mann etwas fester an sich, um ihm etwas
Körperwärme zu geben. Ich weiß, folgte seine knappe
Antwort. Sie beide wussten, wie es um die Verletzung stand.
Einer der Wächter nahm den Revolver auf und schlug ihn gegen eine Mauerkante,
bis etwas in der Waffe knirschend brach. Achtlos warf er das Stück Metall
beiseite und tastete dann die Gruppe nach weiteren Waffen ab. Janet schrie
empört auf, als sie die großen Hände auf ihrem Körper
fühlte, doch der Hüne überging die Beschwerde nur kommentarlos
und suchte weiter. Talon machte keine Anstalten, das Messer am Gürtel
verstecken zu wollen. Dennoch war es für ihn wie eine Niederlage, als
die Wächter es aus dem Schaft zogen und verschwinden ließen.
Ein knapper Wink mit der Speerspitze deutete den Weg an, den die Gruppe einschlagen
sollte. Talon ging mit dem verletzten Mauris voran. Direkt hinter ihm folgte
Alice, die das Geschehen entsetzt verfolgte und die ganze Zeit leise, undeutliche
Laute von sich gab. Janet Verhooven hatte wie zum Schutz die Arme um ihren
Oberkörper geschlossen und hielt den Abstand zwischen sich und den Farbigen
so groß wie möglich.
Sie war es nicht gewohnt, einer Situation so hilflos ausgeliefert zu sein.
Bisher hatte es nichts gegeben, was sich durch Geld oder ihre Beziehungen
nicht beheben ließ. Doch nun fühlte sie sich zum ersten Mal in
eine Welt versetzt, die einer völlig anderen Wirklichkeit anzugehören
schien. In der ihre Gesetze nicht zählten.
Die Gruppe folgte den Wächtern auf einem verschlungenen Pfad durch die
weitläufige Anlage. Die klobige Form der Architektur stand in krassem
Gegensatz zu der Vollkommenheit, mit der die einzelnen Steine ineinander gefügt
worden waren. Überall waren die Blöcke durchzogen von tiefen Rissen
und Sprüngen. Die wenigen Verzierungen, die reliefartig in die Wände
eingelassen worden waren, waren oftmals zertrümmert und nur noch bruchstückhaft
vorhanden.
Keiner von ihnen konnte sagen, wie viel Zeit vergangen war, als sie endlich
eine gähnende Öffnung erreichten, die eine Tür in der Mauer
bildete. Einer der Hünen blieb an ihrer Seite stehen und winkte die Gruppe
mit dem Speer zu sich her.
Nach den Tagen des Rituals wird Shion entscheiden, was euch erwartet
, eröffnete er den Menschen. Er bedeutete ihnen, in den Raum
hinter der Tür zu gehen. ein langsamer Tod oder ein schneller.
Alice betrachtete sich das Gesicht des Farbigen eindringlich. Bei den Worten
war in seiner Miene keine Regung zu erkennen. Sie hatte zumindest einen Hauch
von Spott erwartet, doch die Worte kamen ruhig und gelassen über die
Lippen des Hünen.
Nachdem sich die Gruppe in dem quaderförmigen leeren Raum versammelt
hatte, versperrte einer der Wächter ihnen den Weg und hieb seinen Speer
drohend neben sich auf den Boden.
'Denkt über eure Verfehlung nach und bereut die Sünde'. Wir
haben es den Stämmen in all den Jahrhunderten so häufig gesagt.
Wir dachten, ihr hättet es gelernt. Es scheint, als sei die Welt von
Stämmen bewohnt, die voller Ignoranz durch die Geschichte stapfen!
Der Wächter schüttelte leicht den Kopf. Das war die erste Regung,
die die Gruppe an einem der Hünen wahrnahm. Er drehte sich wortlos um
und verließ den Raum. Sobald er die Schwelle überschritten hatte,
donnerte übergangslos eine schwere Steinplatte aus einer Versenkung im
oberen Türrahmen und versperrte den Ausgang.
Auch hier leuchteten die fensterlosen Wände in einem dämmrigen Licht.
Es warf die Kontur der Menschen in langen Schatten gegen den Stein und schien
schon nach wenigen Metern in einem diffusen Nebel zu versinken.
Die Frauen blickten auf die massive Platte, die die Tür zu ihrem Gefängnis
bildete. Janet Verhoovens Hände glitten über die kalte Oberfläche.
Der Stein schloss nahezu fugenlos mit der Mauer ab und wirkte, als sei er
schon immer an dieser Stelle gestanden. Ohne zu wissen, warum sie es tat,
drückte sie die Platte und versuchte sie zu verschieben. Kopfschüttelnd
hielt sie inne und schalt sich selbst. Sie warf Alice Struuten einen Blick
voller Sarkasmus zu, doch die Fotografin starrte den Stein wie hypnotisiert
an.
Oh, Gott! Was machen wir jetzt?, richtete sie ihre Frage hilflos
an ihre Auftraggeberin. Janet war sich einige Momente lang nicht sicher, wie
lange die andere Frau noch durchhalten würde. Sie musterte sie besorgt,
ohne jedoch zu einer Antwort zu kommen. Ihr Blick ging zu Talon, der den verletzten
Mauris vorsichtig an einer Wand niedergelassen hatte.
Die Frage ist doch eher, was er jetzt macht? Frustriert
stemmte sie die Fäuste in die Hüfte. Er hat uns schließlich
hierher gebracht!
Ihre Augen blitzten wütend auf. Doch Talon erwiderte ihren Blick nur
kühl.
Lassen
Sie, warf Mauris schwach ein. Mein
Fehler. Hätte
- Er hielt inne. Sein Oberkörper fuhr
hoch. Rasselnd löste sich ein lang gezogener Schmerzlaut aus seiner Kehle.
- hätte nicht schießen dürfen, fuhr er
mühsam fort.
Alice Struuten ging neben ihm in die Knie und legte ihre Hand auf die seine.
Sie drückte leicht die Finger, die widerstandslos nachgaben. Erschrocken
sah sie ihn an und versuchte dann, ihn aufzumuntern.
Ruhig, Eugene. Du musst dich ausruhen, und dann werden wir
Verrückt. Alice
Er lächelte sie müde an.
Du
bist
Sein Kopf sackte nach vorne. Alice beugte sich beunruhigt vor. Eugene?
Der leblose Körper sackte in sich zusammen.
Oh, Gott, flüsterte Alice tonlos und presste die Faust gegen
die Lippen. Voller Mühe versuchte sie die Fassung zu wahren. Hinter ihr
entfuhr Janet Verhooven ein gefluchtes Scheiße', mit dem sie sich
abwandte und sich etwas in den Schatten des Raumes zurückzog.
Talon schloss die Augen des toten Mannes und richtete sich auf. Gefühle
brodelten unterdrückt in seinem Inneren. Seit Tagen war er seines freien
Willens beraubt, folgte einem Ruf, der etwas in ihm wachrief, das er mühsam
zu unterdrücken versuchte. Ein Wesen, das ihn gefangen hielt, das ihn
nicht einmal zur Kenntnis nahm und das nun einen Mann hatte töten lassen,
für den er die Verantwortung übernommen hatte.
Voller Wut streckte er die Hände in die Höhe. Aus seinem Rachen
löste sich ein grollender Laut. Er riss den Kopf in die Höhe.
Shiooon!, hallte es dröhnend durch den leeren Raum.
Überrascht hielt der Hüne in seinem Gebet inne.
Immer noch erschütterten kleine Nachbeben die Vororte von Kairo und brachten
viele der beschädigten Häuser, die die ersten Wellen noch überstanden
hatten, zum Einsturz. Der Mann nahm das Chaos um sich herum nur am Rande zur
Kenntnis. Es war sein Werk gewesen. Das Konzert aus verzweifelten Schreien,
dem Dröhnen weiterer Bauten, die in sich zusammen fielen und dem nicht
enden wollenden Heulen der Sirenen umschmeichelten seine gepeinigte Seele.
Doch gerade eben war ein anderer Laut zu ihm durchgedrungen. Eine Stimme,
weit entfernt, und dennoch deutlich zu verstehen. Sie trug einen Namen mit
sich, den er selbst nur voller Abscheu aussprach.
Wer ?, fragte er in die Leere des frühen Morgens. Sein
schweißbedeckter und von Staub verschmierter Körper glänzte
dunkel im Licht der wenigen noch funktionierenden Straßenlaternen.
Das Echo der Stimme hallte durch seine Gedanken.
Du
ich kann dich hören!, konzentrierte er sich auf
den verwehenden Klang. Bist du tatsächlich in Shions Nähe?
Sekunden des Schweigens folgten.
Talons Ruf war in der Kammer verklungen. Er sah zu den beiden Frauen herüber,
die ihn vorsichtig beobachteten. Ohne etwas zu sagen, wandte er sich ab. Ein
Wispern stahl sich in seine Gedanken. Es wurde schnell lauter und schwoll
zu einer dröhnenden Stimme an.
Bist du tatsächlich in Shions Nähe?
Talon verharrte in der Bewegung. Zuerst dachte er, seine Sinne spielten
ihm einen Streich. Aber die Stimme hallte in seinem Kopf wider, als sei sie
von jemand gesprochen worden, der direkt neben ihm stand.
Ja, antwortete er leise und zurückhaltend. Er hat uns
gefangen genommen. Er ließ die Frauen stehen und verschwand in
der Tiefe der Kammer. Aber, wer bist du?, ergänzte er.
Ich bin jemand, der dir helfen kann.
Der Mann aus dem Dschungel konnte das breite Grinsen nicht sehen, das
sich in diesem Augenblick Tausende von Kilometern von ihm entfernt über
das Gesicht eines kahlköpfigen Hünen stahl. Der Farbige reckte seinen
massigen Körper in die Höhe. Trotz des kühlen Morgens war er
mit nicht mehr bekleidet als einer zerschlissenen blauen Jeans. Der Atem löste
sich sichtbar von seinen Lippen, als er das Gespräch fortsetzte.
Ich zeige dir den Weg, hallte es in Talons Sinnen. Ich verlange
nur etwas Kooperation.
Lange vergessene Kräfte durchströmten den Hünen, der mit einer
Handbewegung Tonnen von Bauschutt und Müll wegwischte und so einen freien
Kreis um sich schuf, der gut fünfzig Schritt durchmaß. Blitze zuckten
um den dunklen Körper. Sie jagten mit einem hellen Schein in den Himmel
und verzweigten sich dort, um dann in einem grellen Licht zu explodieren.
Shion ist mein Feind. Länger, als die Erinnerung der Menschheit reicht!
fuhren die Gedanken des Mannes fort.
Talon grinste schwach.
Große Worte, flüsterte er leise. Lass' ihnen
Taten folgen, wenn du mir helfen willst!
Brich' die Tür auf und glaube mir
dann, erklangen die Worte
ruhig und voller Stärke in seinem Inneren. Finde Shion für mich
und zermalme ihn!
Die Worte zischten schneidend durch Talons Kopf. Stumm richtete er den
Blick auf die Tür. Er hatte das Gefühl, als würden Augen andere
als die seinen das Bild vor ihm wahrnehmen.
Alice Struuten näherte sich Janet vorsichtig. Die letzten Minuten hatten
sie sich noch etwas tiefer in ihre Ecke zurückgezogen.
Verdammt, wisperte sie der anderen Frau zu. Seit Minuten
steht er regungslos da und murmelt irgendwelche zusammenhangslosen Sätze
vor sich hin!
Janet sah sie mit einem schwachen Lächeln an. Tja, Schock vielleicht
Sie wollte nur noch, dass all das hier zu einem Ende kam. Keine
Faser in ihr war mehr bereit, sich auf das einzulassen, was in jedem Augenblick
auf sie einprasselte. Ihr Unbehagen Talon gegenüber wuchs. So sehr sie
es versuchte, es war ihr nicht möglich diesen Mann zu verstehen. Er wirkte
so fremdartig, so völlig anders als alle Menschen, die ihr bisher begegnet
waren. Und er beunruhigte sie.
Sie wusste nur nicht, was stärker in ihr wütete. Die Angst vor diesem
Wilden' oder die Furcht, Amos Vanderbuildt mit leeren Händen gegenüber
zu stehen. Sie wollte nach dieser Reise an nichts erinnert werden, das mit
diesen Ereignissen zusammenhing.
Talon lauschte den Worten in sich.
Zerschlage den Stein mit all deiner Wut!
Ohne zu zögern, ballte er seine Fäuste. Er fühlte, wie
Kräfte durch seine Fasern strömten, die er nie zuvor erlebt hatte.
Sie schienen wie lebendige Energie durch seinen Körper zu fließen
und sich in seinen Händen zu bündeln. Tief in sich hörte er
ein weit entferntes Lachen voller Siegesgewissheit.
Er riss die rechte Faust hoch und hämmerte sie gegen die steinerne Platte.
Mit einem lauten Krachen zerbrach die Barriere. Kleine Splitter sirrten wild
durch die Luft und mischten sich mit dem aufgewirbelten Staub, der die Stelle
andeutete, an der eben noch die Tür gestanden hatte.
Shions Leib!, hörte Talon eine erschrockene Stimme hinter
der Mauer. Durch den Staub, der sich langsam legte, konnte er einen Wächter
erkennen, der sich nur knapp vor den Steinsplittern in Sicherheit gebracht
hatte. Mehrere kleine Schrammen zeichneten sich blutig auf der dunklen Haut
ab.
Ohne einen Augenblick zu zögern, riss der Hüne seinen langen Speer
hoch und richtete ihn stoßbereit auf Talon. Seine Arme zuckten vor.
Doch er hatte nicht mit der katzengleichen Geschwindigkeit des Weißen
rechnen können. Talon wich dem Stoß aus und umklammerte die Waffe
mit beiden Händen.
Trotz seiner Kraft hatte der Hüne dem Angriff nichts entgegenzusetzen.
Seine Hände rissen schmerzhaft an dem Holz auf, als ihm die Lanze entrissen
wurde. Der wuchtige Stoß mit dem Ende des Speers ließ ihn zu Boden
taumeln.
Noch bevor er wieder auf die Beine kommen konnte, rammte Talon dem Hünen
die Lanze in die Brust. Der lang gezogene Todesschrei verhallte ungehört
in der Tiefe der Hallen.
Als Talon keine Bewegung in seinem Gegner spürte, zog er den Speer aus
dem toten Körper und sah zu den beiden Frauen herüber, die die Szene
entsetzt mit angesehen hatten. Seine Brust hob und senkte sich rasch. Der
Atem ging fliegend über seine Lippen.
Kommt, rief er ihnen rau zu und machte sich dann auf den Weg.
Er wartete nicht ab, ob sie ihm tatsächlich folgten. Den langen Speer
hielt er fest umklammert in seiner rechten Hand.
Gott, was geschieht hier nur?, kam es tonlos über Alices
Lippen, während sie sich neben Janet an dem toten Krieger vorbeizwängte.
Sie wünschte sich, aus diesem Albtraum endlich aufwachen zu können.
Shion!, antwortete Talon ihr nur knapp. In seine Gedanken hatte
sich das Ziel fest eingebrannt.
Das Ritual forderte, dass eine von beiden Seiten die andere als Sieger anerkannte.
Shion erwartete jeden neuen Herausforderer, der den Sieg für sich beanspruchen
wollte und damit mehr, als er es sich hätte vorstellen können.
T'chre war jung, ungestüm, ohne ein eigenes Rudel. Auch er kannte den
schwarzen Löwen nur aus der Erinnerung der Alten. Nach seinem Verständnis
war Shion etwas, das es nicht geben durfte. Er wusste nicht um die Macht,
die Kraft, die er erlangen konnte. Er wollte sich nur den Respekt der anderen
erkämpfen. Und zumindest ein oder zwei Weibchen auf sich aufmerksam machen.
Der Kampf dauerte erst wenige Minuten, doch schon jetzt spürte T'chre,
dass er seinem übermächtigen Gegner nicht gewachsen war. Die Verzweiflung
schenkte ihm die nötige Kraft, um sich gegen Shion behaupten zu können.
Für ihn war es mehr als ein Ritual. Es ging um sein Leben, all das, das
er erreichen wollte.
Doch der König, der Shion war, spielte nur mit seinem Gegner. Fast mühelos
wehrte er die Attacken des jungen Löwen ab. Seine Pranken gruben sich
tief in das ockerfarbene Fell und zogen lange Spuren.
Und dann fiel T'chre, gezeichnet von Wunden, die ihn nie mehr aufstehen ließen.
Shions Triumph hallte durch die Emporen wie ein mächtiger Wind, der über
die karge Savanne zog. Den Kopf weit zurück geworfen, stand er am Rande
der Plattform. Seine glutroten Augen glitten über die Reihen der Leiber,
die die Ränge füllten.
Und ein neuer Herausforderer antwortete ihm. Ein tiefes Grollen hallte durch
die Arena.
N'gra, alter Führer eines stolzen Rudels tief im Osten, war nicht bereit,
sich dem schemenhaften Schwarz eines formlosen Schattens zu beugen. Seine
lange Mähne war durchsetzt mit schwarzen Strähnen. Tiefe Kerben
in der Haut des Löwens zeugten von den zahlreichen Kämpfen, die
er bestanden hatte.
Mit kraftvollen Schritten jagte er die Gänge nach unten und überwand
die Kante zum Podest mit einem mächtigen Satz. Knurrend lauerte er auf
den ersten Schritt Shions.
Stumm lauerte Talon im Schatten einer steinernen Strebe auf die beiden Wächter,
die ihren gewohnten Rundgang machten. Er hatte den Speer mit seinen Händen
fest umschlossen und ließ die hochgewachsenen Männer an sich vorbeiziehen.
Entsetzt verfolgten die beiden Frauen Talons Angriff. Sie lernten eine Seite
in dem Mann kennen, die sie mit Furcht erfüllte mit der Furcht
vor einem wilden Tier. Keiner der Wächter hatte gegen den lautlosen Angriff
eine Chance. Sie fielen, noch bevor sie wirklich merkten, was geschehen war.
Sofort setzte Talon nach und hastete die Gänge entlang, erfüllt
von den Gedanken an einen gewaltigen schwarzen Schatten.
N'gra blieb ständig in Bewegung und vermied es, seinem Gegner die Flanke
zu präsentieren. Shion wartete jedoch nur gelassen ab, bis sein Kontrahent
unruhig wurde. Eine tiefe Müdigkeit erfüllte ihn bei jedem neuen
Kampf. Es war zu viel Zeit verstrichen, seit das Ritual begonnen hatte, vor
so vielen Äonen. Als er gezwungen wurde, das Leben, das er selbst gelebt
hatte, hinter sich zu lassen. Eine Macht zu verkörpern, die er selbst
nie verstanden hatte, die ihn erfüllte, beseelte.
Shion wartete auf den Tag, an dem er sein Ziel erreichen konnte.
Wie ein Besessener suchte sich Talon seinen Weg. Er fühlte etwas, das
ihn vorwärts trieb. Hin zu seinem Ziel. Einem Ziel, das er selbst nicht
kannte. Vorsichtig schlich er durch die engen Gänge und kam so aus den
Katakomben, in die sie gesperrt worden waren, zurück in die oberen Teile
der Gebäude.
Vor ihm saß eine Wache auf einem Mauerrest und lehnte sich gegen die
brüchige Wand, den Speer auf den Beinen ruhend. Talon schob sich an der
Wand entlang langsam vorwärts, bis er nahe genug an dem Farbigen war,
um ihn zu überwältigen. Zufällig nur fiel sein Blick auf den
Gurt, den die Wache umgeschnallt hatte. Doch er erkannte das Messer sofort,
dessen Griff sich dunkel von der Haut abhob.
Seine Finger tasteten vorwärts. Behutsam ging er in die Knie und beugte
sich leicht nach vorne. Er unterschätzte jedoch die Aufmerksamkeit von
Shions Wächtern. Die leiseste Bewegung an seiner Seite ließ den
Mann herumfahren.
Erkennen und Reagieren erfolgte in einer fließenden Bewegung. In dem
Moment, in dem Talon das Messer an sich riss, war die Wache aufgesprungen
und hielt den Speer in beiden Händen.
Sieben Höllen!, entfuhr es dem großgewachsenen Mann
mit bronzefarbener Haut. Keiner der Männer, die den Tempel bewachten,
passte zu den Menschen, die diese Gegend bevölkerten. Es war, als seien
sie wie die Ruinen ein Relikt aus einer lange vergangenen Zeit.
Talon verschwendete an diese Überlegungen keinen Gedanken. Er wich dem
breiten Speerblatt aus und zog sich in den Schutz eines Mauervorsprungs zurück.
Shion ließ seinen Gegner näher kommen und sah, wie der alte Löwe
seinen Angriff einleitete. Dann warf er sich dem mächtigen Führer
des alteingesessenen Rudels mit aller Vehemenz entgegen.
Seine dunklen Zähne gruben sich tief in die rechte Schulter der Raubkatze,
die mitten in ihrem Sprung zurückgeworfen wurde. Hilflos versuchte sie,
mit einem Prankenhieb zu reagieren. Die Krallen glitten durch die zähe
schwarze Masse von Shions Leib, als hieben sie in die Dunkelheit einer sternenlosen
Nacht.
N'gra schrie wütend auf. Die Wunde an seiner Schulter blutete heftig
und jagte Wellen von Schmerzen durch seinen gepeinigten Leib. Shion setzte
nach. Ein Hieb mit dem Kopf schnitt blutige Striemen in das raue Fell. Der
alte Löwe taumelte und fiel.
Talon warf sich dem Wächter entgegen und schlug den mannshohen Speer
mit einer Handbewegung beiseite. Die schmale Klinge seines Messers fuhr in
die ungeschützte Brust des Farbigen.
Der Mann taumelte. Ungläubiges Staunen spiegelte sich in seinen Augen
wider. Er sah den Weißen, der einen Schritt zurücktrat und den
blutverschmierten Händen auswich, die nach ihm griffen. Rote Schlieren
tanzten vor seinen Augen, als er in die Knie ging. Der Boden schwankte unter
seinen Füßen. Seine Worte wurden durch das Blut erstickt, das seine
Lungen füllte.
Talon stieg über den sterbenden Körper hinweg. In seinem Bewusstsein
brannte nur ein Gedanke. Shion.
Aus der Ferne konnte er den Lärm zweier kämpfender Löwen hören.
Das Geräusch löste eine lange vermisste Vertrautheit in ihm aus.
Doch gleichzeitig wusste er auch, wohin es ihn zog. Unwillig verbannte er
die Gefühle aus seinem Kopf und hastete ernüchtert weiter. Mit einem
Seitenblick stellte er fest, dass ihm Alice und Janet weiterhin folgten.
Keine von ihnen hätte es gewagt, alleine in dem Labyrinth der verwinkelten
Gänge und Hallen zurück zu bleiben. Sie unternahmen keinen Versuch,
den Mann von seiner blutigen Spur abzuhalten. Beide hatten nur den Wunsch,
dem nächsten Morgen lebend zu begegnen.
Nach kurzer Zeit erreichten sie einen Vorsprung, der hoch über das Forum
ragte. Er war wie eine Tribüne in die Mauer eingelassen und bot Shions
besten Kriegern Platz. Sie unterschieden sich durch die Wachen, die Talon
bekämpft hatte, vor allem durch den imposanten Kopfschmuck, der dem einer
Löwenmähne glich. Nur mit einem knappen Lendenschurz bekleidet wachten
sie über den rituellen Kämpfen und beobachteten ausdruckslos das
Geschehen zu ihren Füßen.
So blieben ihnen auch die Eindringlinge verborgen, die sich vorsichtig die
Plattform entlang schlichen. Ihr Weg hatte sie wieder hierher zurückgeführt.
Der Platz, an dem sie vor Stunden gefangen genommen worden waren, lag nur
gut zehn Schritte zu ihrer Linken.
Sie klebten förmlich am Mauerwerk, gegen das sie sich drückten,
um mit dem Dämmerlicht zu verschmelzen. Dann jedoch stieß Alice
mit der Hüfte gegen eine lose Stelle an einem der Pfeiler. Ungewollt
fluchte sie leise auf, als das faustgroße Stück zu Boden polterte.
Sofort ruckten die Köpfe der Wachen herum. Ihre Augen leuchteten feurig
auf. Es entstand ein kurzer Tumult, in dem keiner von ihnen wusste, wie er
reagieren sollte. Wild riefen sie sich Befehle zu und kreisten dann die kleine
Gruppe ein.
Talon winkte die beiden Frauen zurück. Er warf ihnen einen kurzen Blick
zu.
Ihr bleibt hinter mir!, befahl er ihnen und breitete die Arme
aus, um sie so gut wie möglich zu decken. Alice und Janet zogen sich
in den Schutz eines Pfeilers zurück.
Während Shion seinen nächsten Gegner niederstreckte, stürmte
Talon wütend auf die Männer los. Er bewegte sich mit einer Gewandtheit,
die ihre Lanzen immer ins Leere stoßen ließ. Gleichzeitig fügte
er den Männern Wunden zu, die den einen oder anderen Wächter verletzt
zurückweichen lassen musste.
Talon lachte wild auf.
Shion wurde müde. Er suchte neue Herausforderer, während der Tag
sich dem Ende entgegenneigte und die erste Ruhe einläuten würde.
Seine Blicke strichen ziellos über die Reihen der Löwen, die unruhig
und irritiert auf das Wesen reagierten, das ihnen so sehr glich und sich doch
von ihnen unterschied.
Dann aber spürte er etwas. Weit über sich. Eine Präsenz. Fremdartig
und vertraut, so wie er selbst. Seine Augen hefteten sich auf den Kampf, der
sich hoch über ihm abspielte.
Ihr hättet in Frieden sterben können, wie euer Freund, Ketzer!,
schrie einer der Wächter Talon zu und stieß seine Lanze nach vorne.
Der Mann war schneller als die anderen. Talon hatte Mühe, dem Stoß
auszuweichen und konnte die Waffe nur knapp zur Seite drücken.
Sofort setzte der Hüne nach.
Doch wenn es euer Schicksal ist, brachte er rau zwischen zwei
Atemzügen hervor, dann sterbt wie gehetzte Tiere!
Ein gleißender Schmerz durchschnitt Talons Seite. Er hatte nicht gedacht,
dass einer der Männer schneller sein könnte als er. Die Klinge zog
eine lange Wunde über seinen Rücken. Er brüllte auf und ging
in die Knie.
Ein entsetzter Schrei löste sich von Alices Lippen. Sie sah nur noch,
wie Talon zu Boden sank und hörte das Messer, das klirrend auf dem Stein
aufprallte. Die Wachen hatten sich in einem Kreis um ihn geschlossen und verhinderten,
dass die junge Frau noch etwas erkennen konnte.
Tötet ihn, ordnete der Hüne emotionslos an. Er selbst
hielt den Speer zum Stoß erhoben abwartend in seinen Händen. Seine
Augen brannten sich auf seinem Ziel fest. Er streckte den Körper durch
und warf den rechten Arm zurück.
[Halt, N'kele!] unterbrach ihn ein dunkles Tosen.
Der Farbige zuckte herum. Irritiert richtete er den Speer zu Boden.
Was? Herr
?, fragte er verwirrt. Trotz der gewaltigen Entfernung
zur Arena in der Mitte des Forums trafen sich seine Augen mit denen des schattenhaften
Löwen.
[Zeig' ihn mir], fuhr Shion fort. [Zeig' ihn mir, den Eindringling.]
Seine Gedanken suchten die des am Boden kauernden Talon. Die Stimme bohrte
sich wie ein tobender Orkan in die Sinne des weißen Mannes.
[Komm!] dröhnte es in seinen Ohren.
Durch einen nebligen Schleier, der sich über seine Augen gelegt hatte,
sah er zwei glühende rote Sterne, die seine Sicht einnahmen. Shions Blick
schwebte über ihm wie eine alles verzehrende Sonne.
Fahr' zur Hölle!, stieß Talon zwischen seinen zusammengepressten
Lippen hervor. Er hielt sich die heftig blutende Wunde. Dennoch kam er schwerfällig
auf die Füße und wankte vorwärts. Wütend stieß
er die Wächter zur Seite, die ihm nur unwillig Platz machten. An der
Garde vorbei wankte er eine der breiten Steinstufen hinab in die Arena.
Er fühlte, wie Tausende von Augenpaaren sich auf ihn gerichtet hatten.
Das Schweigen unzähliger Blicke begleitete ihn auf seinem Weg hinab zu
der schwarzen, mächtigen Gestalt, die ihn unauslotbar betrachtete.
Fortsetzung folgt in
Talon Nummer 8
Ritual
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